Anregungen für das Seelenstudium
Rudolf Steiner
Die Welt der Seele – Ausgewählte Texte
Herausgegeben und kommentiert von Harald Haas
2021, 272 Seiten, Broschur
€ 19,90
ISBN 5135
Rudolf Steiner
Die Welt der Seele – Ausgewählte Texte
Herausgegeben und kommentiert von Harald Haas

Rudolf Steiners Äußerungen zur Seele machen bewusst, in welchen geistigen Zusammenhängen die Seele des Menschen lebt. Verschiedene Dimensionen und Gesichtspunkte werden dabei angesprochen. Diese bekräftigen vor allem eines: die Eigenständigkeit der seelischen Welt, die heute intellektualistisch infrage gestellt wird, und das mit verheerenden Folgen. Die Negation eines inneren seelischen Wesens gefährdet nicht nur die psychische Gesundheit, sondern zieht auch physische Folgen nach sich wie zum Beispiel die Anfälligkeit für Infektionen. So wird das Erkenntnisleben auf einen lebensfremden Materialismus eingeschworen. 

Die durchweg kommentierte Textauswahl führt von erkenntniswissenschaftlichen Grundlagen über die menschheitliche Entwicklung der Seele bis zur Darstellung ihres inneren Wesens. Wesentliche Aspekte des Seelenlebens wie Schlaf und Tod, das Ringen mit dem Geist, Krankheit und Heilung werden behandelt. Das Buch bietet eine Einführung in die anthroposophische Seelenwissenschaft, zeigt aber auch, welche unauslotbaren Tiefen sich in der Seele verbergen. So wird ein lebenslanges Studium angeregt.


Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec (Königreich Ungarn, heute Kroatien), geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule Wien und promovierte an der Universität Rostock mit einer erkenntnistheoretischen Arbeit, die mit dem Satz endet: «Das wichtigste Problem alles menschlichen Denkens ist das: den Menschen als auf sich selbst gegründete, freie Persönlichkeit zu begreifen.»

Diese Überzeugung leitete ihn auch in seiner Tätigkeit als Goethe-Herausgeber in Weimar, als Schriftsteller, als Redakteur und Vortragsredner in Berlin, später in Dornach und an vielen anderen Orten Europas. Seine durch Bewusstseinsforschung erweiterte Sichtweise, die er «Anthroposophie» (Weisheit vom Menschen) nannte, ermöglichte es ihm, auf zahlreichen Lebensgebieten praktische und tiefreichende Impulse zu geben, stets mit dem Ziel einer spirituellen Erneuerung der Zivilisation.

Nach der Trennung von der Theosophischen Gesellschaft, deren Deutscher Sektion er zunächst als Generalsekretär vorstand, wirkte bei der Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft mit. Im Goetheanum in Dornach bei Basel bekam die Gesellschaft ihr Zentrum «Freie Hochschule für Geisteswissenschaft». Als der Doppelkuppelbau aus Holz durch Brandstiftung zerstört wurde, stellte sich Rudolf Steiner an die Spitze der neu begründeten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.

Rudolf Steiner starb am 30. März 1925. Sein Werk umfasst neben zahlreichen geschriebenen Büchern Nachschriften von rund 6000 Vorträgen und ist in der «Rudolf Steiner Gesamtausgabe» zum großen Teil ediert.