Ulmer und Heilbronner Ausstellungskatalog
Stefanie Dathe, Marc Gundel (Hrsg.)
Ein Woodstock der Ideen – Joseph Beuys, Achberg und der deutsche Süden
1. Auflage 2021, 320 Seiten, Gebunden
346 Abbildungen
€ 29,80
ISBN 5114
Stefanie Dathe, Marc Gundel (Hrsg.)
Ein Woodstock der Ideen – Joseph Beuys, Achberg und der deutsche Süden
Anlässlich des 100. Geburtstagsjubiläums von Joseph Beuys im Jahr 2021 widmen das Museum Ulm (nach Corona bis 4.Juli 2021) und die Kunsthalle Vogelmann Heilbronn (24. Juli bis 07. November 2021) dem Jahrhundertkünstler ein gemeinsames Ausstellungsprojekt samt einer umfassenden gemeinsamen Begleitpublikation mit zahlreichen Abbildungen und Texten von Stefanie Dathe, Marc Gundel, Rita E. Täuber, Rhea Thönges-Stringaris, Rainer Rappmann, Sabine Heilig, Wolfgang Zumdick, Lukas Beckmann, Barbara Martin, Rainer Willert sowie Kirsten Claudia Voigt.

Dabei steht Joseph Beuys nicht nur als herausragende Künstlerpersönlichkeit, sondern vornehmlich auch als politische Person im Fokus sowie seine besondere und spezielle Verbindung zum deutschen Südwesten. So bezog Joseph Beuys den Filz für seine Objekte in Giengen an der Brenz und in Wangen im Allgäu wurde seine berühmte Honigpumpe für die documenta 6 hergestellt.

Die Beziehung des Künstlers zum deutschen Süden wird insbesondere auch durch die erstmalige Auswertung des Joseph Beuys-Archivs des Autors, Verlegers und Publizisten Rainer Rappmann mit Briefen, Ton-, Bild- und Filmdokumenten in Zusammenhang mit dem Internationalen Kulturzentrum Achberg (INKA) intensiv beleuchtet. Das vor 50 Jahren gegründete INKA galt in den 1970er- und 80er-Jahren als ein wichtiges Zentrum des geistig-politischen Aufbruchs in Deutschland. Hier war Joseph Beuys bis zu seinem Tod regelmäßig zu Gast, um in Vorträgen und Diskussionen an seiner Idee der "Sozialen Skulptur" und den damit verbundenen Themen Demokratie, Ökologie, Ökonomie und Pädagogik zu arbeiten.

Bis heute gilt Beuys als DER grüne Vordenker. 1980 hatte sich die Bundespartei "Die Grünen" aus einer Gruppe unterschiedlichster Organisationen, darunter u.a. der sog. "Achberger Kreis" und Joseph Beuys' Düsseldorfer FIU, gegründet. Grundlage für das Parteiprogramm war der 1978 in Achberg entwickelte "Aufruf zur Alternative". Selbst Parteimitglied und Spitzenkandidat zur Bundestagswahl in NRW warb Joseph Beuys unermüdlich für eine Veränderung der Gesellschaft. Als Ausdruck seiner Idee der Demokratisierung von Kunst nehmen zudem auch seine vielfältigen und zahlreichen Multiples einen wesentlichen Raum in der Ausstellung und im Buch ein.